Tyler Hadley hat eine Killer-Party geschmissen… im wahrsten Sinne des Wortes

Tyler Hadley war ein einfacher Schüler und als er beschloss, eine Party zu schmeißen, wollte er diese zur Party des Jahres machen. Obwohl der Junge innerhalb seiner Schule nicht sonderlich bekannt war, so fanden sich viele gelangweilte Jugendliche auf seiner Party wieder, während er behauptete, seine Eltern seien außerhalb der Stadt unterwegs. Tyler Hadley besuchte damals die Port St. Lucie High School im Süden Floridas.

Tyler Hadley und sein Anwalt / Tyler Hadley und Michael Mandell / Mary Jo und Blake Hadley
Quelle: Facebook

Die ganze Woche über, die zum verhängnisvollen Abend hinführte, erzählte Tyler seinen Freunden von seiner Party – dabei glaubte ihm keiner, weil er zuvor noch nie eine Party geschmissen hatte. Und seitdem seine Eltern, Blake und Mary-Jo Hadley, ihn beim Experimentieren mit Drogen erwischt hatten, musste er sich noch strengeren Regeln unterwerfen.

Seine Eltern werden es niemals zulassen

Es macht nur Sinn, dass Tylers Eltern etwas strenger mit ihrem jugendlichen Sohn umgehen, nachdem er sich danebenbenommen hatte. Und so waren sich auch seine Freunde sicher, dass diese Party nie zustande kommen würde. Schließlich kannten sie seine Eltern und waren sich sicher, dass diese keine Bande betrunkener Jugendlicher in ihrem Heim tolerieren würden.

Blake und Mary-Jo Hadley halten ihr Kind in den Armen.
Quelle: Facebook

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Jugendliche über die Regeln der Eltern hinwegsetzen und trotz eines Verbots, eine Party schmeißen, sobald die Eltern außer Haus sind. Jedoch war das hier nicht der Fall. Als Tylers Freunde nachfragten, ob die Party noch stattfinden würde, antwortete er lediglich: „Ich arbeite daran.“ Wenn sie nur gewusst hätten, was er damit meinte.

Party in meiner Bude

Die meisten seiner Klassenkameraden gingen davon aus, dass dies bedeutete, dass die Party ausfiel und es einfach ein weiterer ereignisloser Abend in Florida werden würde. Doch der 16. Juli 2011 war alles andere als ein langweiliger Tag. Es war viel eher der ereignisreichste Tag, den die Stadt jemals gesehen hatte.

Ein Screenshot des Facebook-Posts von Tyler.
Quelle: Facebook

An dem besagten Samstagmorgen um 11:25 Uhr bekam Tyler eine Facebook-Nachricht von seinem Freund Antonio Ramirez. Sie unterhielten sich über ihre Pläne für diesen Abend und Tyler erklärte, dass er eine Party „in seiner Bude“ veranstalten wolle. Als Antonio Tyler fragte, ob seine Eltern zu Hause seien, sagte er, sie würden bald abreisen.

Die Party ist am Start!

Dann, um 13:15 Uhr, war die Party fast offiziell am Start. Tyler schrieb auf Facebook: „Party in meiner Bude heute Abend… vielleicht.“ Auch jetzt noch war niemand überzeugt, denn das „vielleicht“ klang nicht sehr überzeugend. Aber dann, um 20:15 Uhr, aktualisierte Tyler seinen Facebook-Status erneut, diesmal mit dem Text „Party bei mir zu Hause hmu“. (Falls ihr zu alt für die Abkürzung seid, „hmu“ bedeutet „hit me up“).

Ein weiterer Screenshot von Tylers Facebook-Post.
Quelle: Facebook

Seine Freunde waren immer noch verwirrt, da sie wussten, wie streng seine Eltern waren. Ashley Haze kommentierte den Post und schrieb: „WHAO, was ist, wenn deine Eltern nach Hause kommen?“ Tylers Antwort war: „Das werden sie nicht. Vertrau mir“, was im Nachhinein gesehen, wirklich schockierend ist.

Alles ist startklar

Die Party ging los. Als Mike Young mit etwa zehn Freunden eintraf, hatte die Party gerade erst begonnen. Mike war ein beliebter, sportlicher Elftklässler, den Tyler nur vom Sehen her kannte. Sie waren nicht wirklich eng befreundet. Tyler hatte ein einprägsames Aussehen, denn er war groß, schlank, 1,80 m groß und wog 72 Kilo.

Ein Badezimmer-Selfie von Tyler Hadley
Quelle: Twitter

In der Schule war Tyler ein ruhiger Junge. Er redete nicht viel und neigte gelegentlich zu plötzlichen Ausbrüchen in der Klasse. Er hing mit Stoner, jugendlichen Straftätern und Tablettenabhängigen herum – nicht die Art von Leuten, mit denen Mike zu tun hatte.

Eine eintönige Stadt

Es war ein langweiliger Sommerabend und in Port St. Lucie war sonst nichts los. In dieser Stadt, die nur etwa 65 Kilometer nördlich von West Palm Beach liegt, war tatsächlich nur selten etwas los. Es ist durchaus bekannt, dass es im südlichen Teil Floridas für Teenager nicht viel zu tun gibt.

Zwei gelangweilte Teenager sitzen in einem Park.
Foto von Alys Tomlinson/Getty Images

Das Gebiet von Port St. Lucie ist auf eine ältere Zielgruppe ausgerichtet. Es gibt sicherlich einige Kinder, aber viele Leute kommen hierher, um sich zur Ruhe zu setzen.

Ein Leben, wie im Altersheim

In Port St. Lucie gibt ein halbes Dutzend Golfplätze, mindestens doppelt so viele betreute Wohnheime, sieben Beerdigungsinstitute, zwei Bingo-Hallen, ebenso wie einen Shuffleboard-Club. Das Beste am Leben in Florida ist der Strand, aber die Kinder in Port St. Lucie haben nicht einmal Zugang zu diesem.

Ein älterer Mann fährt einen Golf Cart bei Sonnenaufgang.
Foto von nycshooter/Getty Images

Es gibt also im Grunde keinen Ort, an dem Highschool-Schüler abhängen können. Es gibt eine riesige Spielhalle namens „Superplay USA“, die sich selbst als hochmoderner Familienspielplatz anpreist. Wie man sich vorstellen kann, wird das jedoch ziemlich schnell langweilig und öde.

Bei der Party vorbeigeschaut

Außerdem schließt die Spielhalle bereits um Mitternacht und sogar die Parks in Port St. Lucie sind nachts geschlossen. Sobald sich die Party jedoch herumgesprochen hatte, fuhren alle Kinder aus der Nachbarschaft zu Tylers Haus. Nachdem sie für gut drei Stunden die Zeit im Einkaufszentrum in Stuart (etwa 20 Minuten entfernt) totgeschlagen hatten.

Eine Gruppe von Freunden hat Spaß auf einer Hausparty.
Foto von Flashpop/Getty Images

Mike und seine Freunde waren auf dem Weg zu McDonald’s und dachten, sie könnten auch bei Tylers Party vorbeischauen. Tyler öffnete die Tür und trug ein schwarzes T-Shirt, schwarze Hosen und schwarze Nike Air Force High-Top-Sneakers.

Der Glimmstängel bleibt draußen

Er wirkte ein wenig angespannt – naja, so angespannt, wie man nun mal auf Ecstasy sein kann. Es war offensichtlich, dass Tyler im Rausch war. Seine Pupillen waren geweitet und er rieb ständig seine Hände aneinander und ballte nervös die Fäuste.

Ein Highschool-Jahrbuchfoto von Tyler.
Quelle: Tumblr

Tyler legte Wert darauf, dass seine Gäste nicht im Haus seiner Eltern rauchten. Schon bald waren 60 Gäste im Haus, und die meisten von ihnen hatten keine Ahnung, wer Tyler war. Sie machten es sich gemütlich, suchten in der Küche nach Essen und ließen den Alkohol in Strömen fließen.

Reißt die Wände ein… Aber macht es leise

Sie warfen ihre leeren Bierdosen in den Vorgarten und es klang voll und ganz nach einer normalen Highschool-Party. Die Kinder amüsierten sich beim Bier-Pong auf dem Esszimmertisch, die Glasflaschen zerbrachen auf dem Boden und Zigaretten wurden rücksichtslos auf dem Teppich, dem Tresen und sogar auf den Wänden ausgedrückt.

Eine Bierdose liegt vor dem Haus der Hadleys auf dem Boden.
Quelle: New York Times

Aber Tyler lachte nur darüber. Tatsächlich war Tyler mehr über den Lärm besorgt, als über die Zerstörung seines Hauses. Er machte sich Sorgen, die Nachbarn könnten wegen des Lärms die Polizei rufen.

Ich rieche tote Menschen

Plötzlich störte ihn auch das Rauchen im Haus nicht mehr. „Bleibt doch einfach im Haus“, sagte Tyler zu den Partygästen, „Ihr könnt drinnen rauchen. Es ist mir egal.“ Mike Young saß auf der Couch und unterhielt sich mit ein paar Mädchen, als ein stark betrunkener Skater-Junge, der wie einer von Tylers Freunden aussah, herüberschlenderte.

Eine große Gruppe von Teenagern auf einer Hausparty.
Foto von Flashpop/Getty Images

Der betrunkene Skater-Junge sagte wahllos: „Ich rieche tote Menschen“, und das erregte sofort Mikes Aufmerksamkeit. Verwirrt fragte Mike ihn, was er damit meinte. Der Junge antwortete: „Oh, ich weiß es nicht. Einige Leute rauchen, das ist alles.“

Jetzt wird aufgedreht

Mike war etwas verwirrt, aber er dachte, dass der Junge sich so komisch verhielt, da er betrunken oder auf Drogen war. Dann zog der Skater-Junge weiter. Eine große Gruppe von Jugendlichen versammelte sich um den Wohnzimmertisch herum, der mittlerweile zu einem Bier-Pong-Tisch umfunktioniert wurde.

Teenager tanzen auf einer Hausparty.
Foto von Flashpop/Getty Images

Der Tisch befand sich direkt neben dem Familiencomputer, wo die Jugendlichen abwechselnd auf YouTube Songs auswählten und Musik spielten. Mike wählte Songs wie „No Sleep“ von Wiz Khalifa aus, ebenso wie einige Songs von Lil Waynes, wie „Tunechi’s Back“ oder „Racks“.

Die „Tyler hat seine Eltern getötet“ – Witze

Der Computerbereich war tatsächlich noch schmutziger als der Rest des Hauses. Die weiße Tastatur war mit einer bräunlichen, klebrigen, eingetrockneten Flüssigkeit bedeckt. Vielleicht Coca-Cola, aber wahrscheinlich Alkohol. Niemand sah genau genug hin, um es mit Sicherheit sagen zu können.

Das Chaos im Haus der Hadleys.
Quelle: Reddit

Jose Erazo war ein weiterer Teenager, der auf der Party auftauchte. Der wortkarge 17-Jährige mit glattem schwarzem Haar, das in einem Winkel über der Stirn gescheitelt war, spielte gerade eine Partie Bier-Pong, als er jemanden sagen hörte: „Oh, er hat seine Eltern umgebracht.“ Alle lachten.

Bierpong-Zeit!

Sie nahmen an, dass es sich um einen Scherz handelte. Jose hatte schon 15 Runden Bier-Pong hintereinander gewonnen! Aber im Laufe des Abends fragten die Leute, wo Tylers Eltern seien, und sie bekamen sehr unterschiedliche Antworten. Er erzählte Mark Andrews, dass sie nach Georgia gefahren seien.

Der Bierpong-Tisch wurde im Haus der Hadleys aufgestellt.
Quelle: ABC News

Tyler erzählte Ryan Stonesifer, dass seine Eltern in Orlando seien, dass sie in dem Familienhaus gar nicht mehr wohnten und, dass das Haus Tyler gehöre. Mark Andrews war ein 21-jähriger Junge, den Tyler kennengelernt hatte, als Marks Familie 11 Jahre zuvor nach Port St. Lucie gezogen war.

Jeder streitet mit seinen Eltern

Tyler war mit Marks jüngeren Brüdern befreundet und die Familien wohnten in unmittelbarer Nähe zueinander. Im Alter von zehn Jahren tauchte Tyler einmal in Andrews Haus auf, nachdem er sich mit seiner Mutter gestritten hatte.

Ein Foto von Blake und Mary-Jo Hadley.
Quelle: Pinterest

Er kündigte daraufhin an, dass er seine Eltern umbringen würde. Mark erklärte Tyler, dass alle Kinder ihre Eltern hin und wieder verärgern würden, was Tyler zu beruhigen schien. Die Jungs lachten darüber, denn es schien ein spontaner Gedanke gewesen zu sein. Es schien ihm gutzugehen…

Es schien ihm gutzugehen…

Es war nichts, wozu Tyler wirklich fähig war. Markey Phillips, einer von Tylers Freunden, konnte nicht zur Party kommen, weil er an diesem Wochenende in Chicago war, um seine Großeltern zu besuchen.

Ein Foto von Tyler Hadley.
Quelle: Reddit

Allerdings hingen er und Tyler zwei Abende zuvor in Markeys Haus ab, wo sie fernsahen und Videospiele spielten. Laut Markey schien es Tyler an diesem Abend ziemlich gutzugehen. Aber dennoch wurde er bei ihrem Treffen vor zwei Wochen etwas stutzig, als Tyler etwas Ungewöhnliches mitten im Gespräch erwähnte…

Feiern mit den Leichen

Er sagte, er wolle seine Eltern umbringen und danach eine große Party feiern. Tyler erklärte, dass noch nie jemand so etwas getan habe – eine riesige Party zu schmeißen, während die Leichen noch im Haus sind.

Tyler posiert mit seiner Mutter, seinem Vater und einer riesigen Schlange.
Quelle: Facebook

Markey sagte zwar, Tyler sei verrückt, aber er dachte natürlich, dass Tyler nur Unsinn redete – schließlich klang es nach einem wirklich schlechten Witz. Dass Jugendliche manchmal etwas Ärger mit den Eltern haben, ist natürlich und so nahm Markey Tyler auch in diesem Moment nicht ernst. Schließlich klingt es etwas weit hergeholt, seine Eltern umzubringen.

Tyler wird bestraft

Am 2. Juli 2011 – zwei Wochen vor der Party – sprach Tyler über den Facebook-Chat mit seiner Freundin Mercedes Maxine Marko und erklärte, dass seine Mutter sein Handy weggenommen hatte. Damals schrieb er: „Sie ist ein Hu***sohn, ich könnte sie umbringen.“

Der Teenager posiert mit seinen verärgerten Eltern, die ihn aus dem Hintergrund anschreien.
Foto von Juanmonino/Getty Images

Mercedes nahm an, dass er scherzte und antwortete: „OMG, keinen Knast!! Oder ich meine, Gefängnis! Lol.“ Das „LOL“ am Ende des Satzes beweist, dass Mercedes mit Tyler scherzte und nicht einmal im Traum daran dachte, dass er es ernst meinen könnte.

Ein kranker Scherz wird Realität

Tyler sprach an diesem Wochenende auch mit Matthew Nobile, seinem 17-jährigen Freund und Klassenkameraden an der Port St. Lucie High School. Gegen 9:40 Uhr am Tag der Party fragte Matt Tyler, ob er es getan habe, woraufhin er antwortete: „Nein, aber ich habe es vor.“

Ein lächelndes Bild von Tylers Eltern
Quelle: Facebook

Matts belastende Antwort lautete: „Wetten?“. Dann schrieb er: „Du solltest es wirklich tun“, gefolgt von einer Nachricht mit den Worten: „Tu es“. Tyler versicherte seinem Freund, dass er die Tat durchziehen würde. Tyler beschwichtigte Matt, er solle sich keine Sorgen machen.

Eine Killer-Party

Er plante, seine Eltern zu töten, und dann eine Party zu schmeißen. Man möchte meinen, dass auch Matt Tylers Aussagen für einen kranken Scherz hielt. Vielleicht hat er ihn deswegen ein wenig angestachelt, weil er nicht glaubte, dass Tyler seine eigenen Eltern wirklich umbringen würde.

Bierflaschen und Dosen, die nach der Party im Haus der Hadleys zurückgelassen wurden.
Quelle: ST. Lucie Polizei

Dennoch freute sich Matt auf den Abend und antwortete mit „yeah, party time ni**a!“. Port St. Lucie ist wirklich keine Stadt, die darauf abzielt, Teenager zu unterhalten. Tatsächlich ist die Stadt eigentlich nach Menschen mit Augenproblemen benannt worden.

Die Stadt für Alte und Gebrechliche

Die Stadt wurde von Frank, Elliot und Robert Mackle gegründet – drei Brüder, die von dem massiven Zulauf von Rentnern nach Südflorida profitieren wollten. Im Jahr 1961 kauften die Mackles, etwa 160 Kilometer nördlich von Miami, 40.000 Hektar Sumpf- und Kiefernwald.

Frank, Elliot und Robert Mackle setzen sich zu einem Gespräch mit einer älteren Frau zusammen.
Quelle: Pinterest

Sie teilten das Land in Grundstücke von 25 mal 38 Meter auf und kauften dann Anzeigen in „Life und Newsweek“, die den Traum vom Leben in Florida anpriesen. Auf der Anzeige war ein junges Mädchen zu sehen.

Der Traum vom Ruhestand

Sie hatte blondes Haar und hielt einen riesigen Strandball unter einer Palme in den Armen. Ein ergrauter Mann saß in einem Motorboot mit zwei schönen Frauen. Auch Baupläne waren zu sehen, die einen modernen Stil anpriesen: „Spaßerfüllte, sonnenerfüllte … geräumige Altersheime“.

Ein Stadtschild, das Autofahrer in Florida willkommen heißt.
Quelle: Pinterest

Die Fotos waren natürlich nur Fantasie, denn das gekaufte Land war immer noch ein Sumpf, aber der Preis war überzeugend. In Port St. Lucie konnte man ein Haus für nur 10 Dollar Anzahlung und 10 Dollar im Monat kaufen, viel billiger als die teuren Rentnergemeinschaften an der Küste.

Sonnig und günstig

Obwohl man für den Rest seines Lebens zahlen müsste, so sind 10 Dollar im Monat mehr als erschwinglich. Die Bevölkerung von Port St. Lucie wuchs bis 1980 auf 15.000 Einwohner an, die Stadt begann, sich ins Landesinnere auszudehnen und wuchs über die Interstate-95 hinaus, welche neun Meilen von der Küste entfernt lag.

Ein Einkaufszentrum in Port St. Lucie.
Foto von Jeffrey Greenberg/Universal Images Group/Getty Images

Mit dem Höhepunkt des Immobilienbooms im Jahr 2006 erreichte Port St. Lucie jedoch eine Einwohnerzahl von über 150.000 und war zu diesem Zeitpunkt die am schnellsten wachsende Stadt der Vereinigten Staaten.

Eine wachsende Bevölkerung

Die Straßen in den Vororten wurden so schnell gebaut, dass sich niemand die Mühe machte, die Straßennamen richtig zu schreiben. Wenn man heute durch die Stadt fährt, kommt man an der Galaxie Street, Voltair Terrace, Hershy Circle und Twylite Terrace vorbei.

Eine Luftaufnahme von Port St. Lucie.
Quelle: Reddit

Die Namen sollten dem ehemaligen Sumpfgebiet einen Glanz von niveauvoller Grandeur verleihen. Und „Grandeur“ war tatsächlich der Name von Tylers Straße, in der die Familie Hadley seit 1987 lebte. Blake und Mary Jo Hadley waren 24 Jahre zuvor von Fort Lauderdale nach Port St. Lucie gezogen.

Der Einzug der Hadleys

Sie zogen in den Norden, um näher bei Blakes Eltern zu sein, die sich in der Nachbarstadt Stuart zur Ruhe gesetzt hatten. Port St. Lucie wurde durch den Immobiliencrash stark in Mitleidenschaft gezogen, doch Tylers Eltern hatten stabile Jobs.

Ein Familienporträt der Hadleys in ihrem Garten.
Quelle: Reddit

Blake arbeitete drei Jahrzehnte lang als Ingenieur im Kernkraftwerk St. Lucie und Mary Jo war eine beliebte Grundschullehrerin. „Egal, wer du warst, selbst wenn sie dich nicht mochte, hat sie dich nie aufgegeben“, sagte Cameron Adams, einer von Tylers Freunden und Mary Jos ehemaligen Schülern.

Eine Stadt für Stoner

Während Tylers Highschool-Zeit war Port St. Lucie für zwei Dinge bekannt: Zum einen für das Trainingslager der New York Mets im Frühjahr und zum anderen für Marihuana. Denn vor allem während des Immobilienbooms begannen Dealer aus Miami, leerstehende Häuser zu kaufen.

Marihuana wird in Innenräumen angebaut.
Foto von Ben McLeod/Getty Images

In der Regel wurden diese für weniger als 50.000 Dollar verkauft und mit LED-Lampen und Hydrokultursystemen aufgemotzt. Das Rauchen von Gras war dort so beliebt, dass die Stadt einen neuen Spitznamen bekam: „Pot St. Lucie“. Doch im Jahr 2006 begann eine Untersuchung…

Gras ist überall

Die Strafverfolgung wurde von örtlichen und bundesstaatlichen Behörden durchgeführt und die Untersuchung führte zur Verhaftung von 69 Marihuana-Farmen in der Stadt, aber das Phänomen bestand weiterhin. „Sie sind immer noch da draußen“, sagt Joseph Waddle, ein junger Absolvent der St. Lucie West Centennial High School.

Ein Polizeibeamter bringt einen Teenager in Handschellen zu seinem Streifenwagen.
Foto von Doug Menuez/Getty Images

„Marihuana ist außer Kontrolle geraten. Es ist überall. Man kann auf keine Party gehen, ohne es in der Luft zu riechen.“ Mit dem Wachstum der Bevölkerung von Port St. Lucie sank auch das Durchschnittsalter. Mehr als ein Drittel der Einwohner der Stadt war jetzt unter 24 Jahre alt.

Gelangweilte Kinder + Marihuana = ?

Highschool-Schüler beklagten sich ständig darüber, dass sie nichts zu tun hätten. Leider ist es nicht ungewöhnlich, dass sich gelangweilte Teenager die Zeit mit Marihuana vertreiben. Joseph Waddle erklärt: „Port St. Lucie wirkt langweilig und somit gibt es nichts anderes zu tun, als eine Party zu feiern.“

Ein Jugendlicher schaut aus dem Fenster seines Schlafzimmers.
Foto von Richard Drury/Getty Imags

Terry Nguyen, ein Oberstufenschüler der Highschool und einer von Tylers Freunden, sagte: „In anderen Städten gibt es Orte, an denen Teenager abhängen können, aber nicht in Port St. Lucie.“

Nichts zu tun

Anthony Snook, ein schlaksiger 20-Jähriger, mit dem Ansatz eines Schnurrbarts, bezeichnete die Stadt ebenfalls als langweilig. Während er in der Peace Avenue 420 eine neue Glaspfeife kaufte, sagte er, dass die Langeweile die Jugendlichen verrückt mache. Es gibt keine Vorbilder.

Ein Jugendlicher wirft Müll durch die Stadt.
Foto von Kelly Loughlin Photography/Getty Images

Auch sind die Eltern wegen finanziellen Engpässen gestresst und würden diesen Stress an den Kindern auslassen. Für eine Stadt, in der es keine offiziellen schlechten Gegenden gibt, gibt es in Port St. Lucie erstaunlich viele Verbrechen, von denen die meisten von gelangweilten Jugendlichen begangen werden.

Gelangweilte Teenager

Nur wenige Monate nach Tylers berüchtigter Party wurden ein 19-Jähriger und ein 16-Jähriger verhaftet, weil sie unangemessene Beziehungen zu mindestens einer (und vielleicht zwei) 14-Jährigen hatten. Dann wurden ein 18-Jähriger und ein 16-Jähriger verhaftet, nachdem sie in ein Haus eingebrochen waren und bei einem Raubüberfall ein Paar erschossen hatten.

Teenager sprühen Graffiti an eine Wand.
Foto von Nancy Honey/Getty Images

Eine Gruppe von 14-Jährigen verwüstete ein Haus und verursachte dabei einen Schaden von über 10.000 Dollar. Als ob das noch nicht genug wäre, wurde ein weiterer 14-Jähriger mit einer auffälligen Kopfwunde auf der Straße gefunden. Er trug nichts als Unterwäsche.

Ihre kriminellen Hobbys

Weitere jugendliche Räuber, die Skateboards mit sich trugen, haben sich sogar dabei gefilmt, wie sie örtliche Läden ausplünderten, wobei sie in einen drei Meter hohen Stapel Pringles-Dosen sprangen. Bei K-Mart fuhren sie mit dem Skateboard in riesige Stapel von Papiertüchern.

Zwei Jungen im Teenageralter versuchen, einem kleinen Mädchen Sachen zu stehlen.
Foto von Chris Whitehead/Getty Images

Sie rannten nicht nur mit ausgestreckten Armen durch die Gänge von Target, als würden sie sich auf einen Marathon vorbereiten, sondern räumten auch die Regale voller Kissen, Brot und Hundefutter leer. Auf den Überwachungsbildern sieht man die Jugendlichen währenddessen hysterisch lachen. Das passiert nun mal, wenn eine Bande undisziplinierter Teenager zu viel Zeit zur Verfügung hat.

Jugendkriminalität vom Feinsten

Es ist allgemein bekannt, dass es für Kinder wichtig ist, Hobbys zu haben, denn Langeweile kann sie wirklich verrückt machen. „Das Verhalten dieser Jugendlichen nimmt keine Rücksicht auf die Gesellschaft, geschweige denn auf Regeln und Vorschriften“, so die örtliche Psychotherapeutin Fran Sherman, die sich das Videomaterial angesehen hat.

Die Polizei legt einem Teenager Handschellen an.
Foto von pkline/Getty Images

In der besagten Nacht der Party ging es rund. Um Mitternacht befanden sich hundert Menschen und zwei Hunde in der Hadley-Residenz. Ein schwarzer Labrador namens Sophie und ein alter, halb tauber und halb blinder Beagle.

So viele Menschen (und Hunde)

Sophie war verschwunden und der Beagle hatte sich im Zimmer von Tylers älterem Bruder Ryan versteckt. Ryan war erst sechs Wochen zuvor nach North Carolina gezogen, um aufs College zu gehen. Die Party dauerte nur ein paar Stunden, aber das Zimmer sah aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen.

Ein Blick auf das Chaos, das im Haus der Hadleys hinterlassen wurde.
Quelle: ABC Nachrichten

Kleidung und Bettlaken lagen überall herum, der Bettrahmen hatte Risse und der Beagle lag zitternd unter dem Bett. Etwa zu dieser Zeit stießen auch Stephanie Castaneda und ihr Freund Joshua Korte zu der Party hinzu.

Er war schon immer sonderbar

Sie kannte Tyler nicht gut, aber sie war ein wenig in ihn verknallt. Er stand unbeholfen neben dem Computer seiner Mutter und unterhielt sich mit ein paar Freunden. Stephanie ging ins Badezimmer, wo sie den Beagle fand, der sich in der Dusche versteckte.

Teenager trinken auf einer Hausparty.
Foto von sturti/Getty Images

William Goodall kannte Tyler seit der sechsten Klasse, aber in Tylers erstem Jahr an der Highschool – als er anfing, Gras zu rauchen – haben sie sich voneinander distanziert. Er konnte nicht sagen, ob Tyler sich in letzter Zeit besonders seltsam verhielt, weil er schon immer etwas sonderbar war.

Mehr Bier ist nötig

Gegen 0:30 Uhr ging der Party der Alkohol aus. Tyler fragte Mark Andrews und seine Freundin Ashley Gershman, ob sie ihn zu der Tankstelle fahren würden, die um die Ecke lag. Tyler gab Mark, der 21 Jahre alt war, ein Bündel von 20-Dollar-Scheinen und bat ihn, vier Kisten Busch Light zu besorgen.

Ein Teenager trägt im Supermarkt viele Dosen Bier.
Foto von Peter Cade/Getty Images

Während sie im Auto auf Mark warteten, erzählte Tyler Ashley, dass sein Vater gestorben war. Ashley, die Tyler nicht sonderlich gut kannte, nahm an, dass sein Vater schon vor einiger Zeit verstorben war.

Wasser-Pong!

Sie fuhren zurück zur Party, wo die Jugendlichen Wasser-Pong spielten, da sie kein Bier mehr hatten. Wasser-Pong klingt eigentlich nach einer genialen Art, um eine durchzechte Nacht zu beenden. Ein Junge lief umher und verkaufte runde weiße Pillen für einen Dollar, während ein anderer Päckchen mit Marihuana verkaufte.

Eine Frau empfängt Gäste auf einer Hausparty.
Foto von ferrantraite/Getty Images

Um 0:45 Uhr traf auch Anthony Snook auf. Jemand hatte ihm geschrieben, dass Tylers Party die „größte Sache aller Zeiten“ sei. Er bedankte sich bei Tyler für die tolle Party und fragte ihn, wie es ihm ging.

Tyler scheint ruhig zu sein… zu ruhig…

Tyler antwortete in einem flachen Tonfall, dass es ihm gut ginge. Snook wusste, dass etwas nicht stimmte. Er kannte Tyler als einen introvertierten Jungen, der über seine eigenen Witze lachte und Augenkontakt vermied. Aber an diesem Abend schien Tyler trotz des ganzen Chaos´ vollkommen ruhig zu sein.

Tyler steht mit geschlossenen Augen da.
Quelle: Facebook

Dann zog ein Junge sein Hemd aus, rannte schreiend aus dem Haus und kam mit einem Briefkasten über dem Kopf zurück. Tyler fragte den Jungen, woher er denn den Briefkasten habe.

Der Briefkastendieb

Der Junge antwortete: „Ich habe ihn aus dem Vorgarten der Nachbarn!“ Der Junge rannte mit dem Briefkasten durch das Wohnzimmer, während er Bierflaschen auf den Boden umstieß. Da fing Tyler an, die Fassung zu verlieren.

Das Chaos, das nach der Party in der Küche der Hadleys hinterlassen wurde.
Quelle: Twitter

Nachdem er sein Haus in ein totales Chaos verwandelt hatte, wurde Tyler nun wütend und schrie, dass der Diebstahl eines Briefkastens eine Straftat sei und die Polizei kommen würde. Schließlich schnappte sich jemand den Briefkasten und stellte ihn schnell wieder in der Straße auf.

Etwas anderes geht da drinnen vor sich…

In diesem Moment bemerkte Snook etwas Seltsames. Die Tür zum großen Schlafzimmer war geschlossen. Snook nahm an, dass sich dort Leute zudröhnten und wollte mitmachen, aber die Tür war abgesperrt. Das Haus war ziemlich dunkel, aber er bemerkte einen schwarzen Flecken unter der Tür.

Eine Hand, die versucht, eine Türklinke zu öffnen.
Foto von Basak Gurbuz Derman/Getty Images

Er war etwa einen Meter weit und sah aus wie Farbe auf Ölbasis, die jemand erfolglos wegzuwischen versucht hatte. Schließlich kam Justin Wright, ein Fußballspieler an der Highschool, um 1:15 Uhr auf der Party an.

Er wird Hausarrest bekommen!

Als Justin hereinkam, bemerkte er sofort einen grauenhaften Gestank. Es roch nach verschwitzten Klamotten, die schon lange nicht mehr gewaschen worden waren. Die Wohnung war ein einziges Wrack. Die schönen weißen Bodenfliesen waren ekelhaft und auch einige Bilderrahmen fehlten an der Wand.

Im Hauptschlafzimmer lagen Gegenstände herum, darunter ein gerahmtes Foto von Tylers Eltern.
Quelle: ABC News

Die in der Küche angesammelten Teller waren mit den Resten von Fertiggerichten beschmiert – kein Zustand, den sich Eltern wünschen würden, wenn sie nach Hause kämen. Aber Tyler machte sich definitiv keine Sorgen darum, wie seine Eltern auf das Chaos reagieren würden.

Keiner bemerkte das Blut

Justin fragte Tyler, ob es irgendwelche Hausregeln gäbe – denn danach sah es wirklich nicht aus. Tyler sagte ihm einfach, er könne tun, was er wolle. Justin vergnügte sich mit einer Partie Bier-Pong, als der Ball auf dem Boden landete und unter den Tisch rollte. Dort blieb der Ball an einer braunen, dicken Substanz kleben.

Ein Blick auf das verwüstete Haus der Hadleys nach der Party.
Quelle: Polizei Port St. Lucie

Er spülte den Ball in der Küchenspüle ab und setzte das Spiel fort. Als Mark Andrews sich auf den Weg nach Hause machte, fragte Tyler, ob er mit ihm allein sprechen könne.

Alter, ich habe Mist gebaut

Tyler ging nach draußen und forderte alle Gäste im Hof auf, wieder ins Haus zu gehen, da er immer noch Angst hatte, dass die Nachbarn die Polizei rufen würden. Nachdem alle drinnen waren, wandte sich Tyler an Mark und sagte: „Kumpel, ich habe Mist gebaut.“

Ein zerbrochener Plastikbecher wird nach einer Party im Gras zurückgelassen.
Foto von Jeremy Hogan/Getty Images

„Ich könnte ins Gefängnis gehen. Vielleicht komme ich lebenslang weg. Ich weiß es nicht, Alter. Ich flippe gerade total aus.“ Mark war verwirrt und fragte Tyler, was er getan habe, dass er im Gefängnis landen würde. Da hat Tyler endlich reinen Tisch gemacht.

Wahnsinns-Party, Mann

„Alter, ich weiß, dass du mir nicht glauben wirst – niemand wird mir glauben. Ich habe jemanden umgebracht“, gestand Tyler. Mark wollte damit nichts zu tun haben und sagte: „Mann, dass du jemanden umgebracht hast, ist deine eigene Sache. Erzähl mir so etwas nicht. Ich muss das nicht wissen.“

Teenager kommen bei einer Hausparty die Treppe hinunter.
Foto von Flashpop/Getty Images

Aber Mark war überraschte und konnte Tyler nicht glauben. Tyler ging zurück ins Haus und traf auf den 18-jährigen Ricardo Acevedo, welcher sich bei Tyler für seine Gastfreundschaft und für das Bier bedankte.

Eine Abschiedsparty?

Tylers abweisende Antwort war: „Ich wollte nur noch etwas Spaß haben, bevor ich gehe.“ Ricardo fragte Tyler, wo er hingehen würde, woraufhin dieser antwortete: „Ich werde mich umbringen.“ Als Ricardo ihn fragte, warum, sagte Tyler, dass er etwas Schlimmes getan habe. Ricardo fragte: „Wie schlimm kann das denn schon gewesen sein?“

Eine Nahaufnahme von Tyler, der ausdruckslos starrt.
Quelle: CBS Nachrichten

„Mach dir keine Sorgen“, sagte Tyler zu Ricardo, „wenn ich erwischt werde, sitze ich lange im Gefängnis.“ Tyler fand Kimberly Thieben in seinem Schlafzimmer, eine pummelige, dunkelhaarige 20-Jährige, deren Spitzname „K-Nasty“ war.

Du wirst mich in den Nachrichten sehen

Sie stand Tyler ziemlich nahe, denn sie wohnte nur zwei Häuser von ihm entfernt. Er erzählte Kimberly, dass er für 60 Jahre weggehen würde. Als sie ihn fragte, warum, sagte er ihr, sie würde es morgen erfahren.

Michael Mandell gibt ein Fernsehinterview.
Michael Mandell. Quelle: ABC Nachrichten

Gegen 1 Uhr nachts fragte Tyler seinen Freund Michael Mandell, ob er mit ihm draußen unter vier Augen sprechen könne. Michael war Tylers bester Freund, seit sie acht Jahre alt waren und sie waren wirklich eng befreundet. Sie verbrachten den größten Teil der Party gemeinsam.

Die Zeichen waren da

Tyler erwischte Michael, als er sich mit einigen anderen Gästen unterhielt. Er ging zusammen mit Tyler nach draußen, um in Ruhe zu reden. Sie liefen bis zum Ende des Blocks, wo ein Stoppschild stand. Tyler sah Michael an und gestand: „Ich habe meine Eltern umgebracht.“

Ein Stoppschild bei Nacht, als die Scheinwerfer es erleuchten.
Foto von Medioimages/Photodisc/Getty Images

Michaels unmittelbare Reaktion war: „Ja, klar.“ Er hat ihm nicht geglaubt. Tyler versuchte Michael zu erklären, dass er die Wahrheit sagte: „Michael, ich meine es ernst. Ich lüge dich nicht an. Wenn du genau hinschaust, kannst du die Spuren sehen.“

Das ist meine Party…

Er führte Michael näher an die Garage heran, damit er sich umsehen konnte. Michael bemerkte zwei Autos, den schwarzen Toyota Tacoma von Tylers Vater und den roten Ford Expedition seiner Mutter. Wenn Tylers Eltern nicht in der Stadt waren, warum sollten ihre Autos dann noch da sein?

Häuser mit zwei geparkten Autos in der Einfahrt.
Foto von Richard Newstead/Getty Images

Michael konnte immer noch nicht begreifen, was er da hörte, also sagte Tyler ihm, er solle in der Garage nachsehen. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass niemand zusah, ging Michael in die Garage und schaltete das Licht ein. Als er das blutige Schauspiel erblickte, rannte er sofort hinaus.

Ein Berg blutgetränkter Handtücher

Sie schlossen die Tür hinter sich. Tyler brachte Michael anschließend ins Hauptschlafzimmer, wo sich Blutspuren an der Tür befanden. Tyler entriegelte die Tür und öffnete sie. Michael war schockiert.

Das Chaos, das im Schlafzimmer der Hadleys vorgefunden wurde.
Quelle: Rolling Stone

Esszimmerstühle waren mit einem Berg von blutgetränkten Handtüchern bedeckt. Aus dem Haufen ragte ein dickes, weißes Bein heraus. Tyler erzählte Michael, was passiert war. Kurz vor fünf Uhr an diesem Nachmittag versteckte Tyler die Handys seiner Eltern, damit sie keine Hilfe rufen konnten.

Er kommt in Fahrt

Er spielte den Song „Feel Lucky“ von Lil Boosie, um in Fahrt zu kommen. Dann nahm er drei Ecstasy-Pillen, weil er sich Sorgen machte, dass er nicht in der Lage sein würde, im nüchternen Zustand seine Eltern zu töten. Tyler fand einen Hammer in der Garage und kehrte dann ins Haus zurück.

Ein Foto von Mary Jo Hadley.
Quelle: Facebook

Während seine Mutter am Familiencomputer arbeitete, stand er ganze fünf Minuten lang hinter ihr und dachte darüber nach, was er gleich tun würde. Ohne Gewissensbisse schritt er zur Tat…

Sein erschütterndes Geständnis

Er hob das spitze Ende des Hammers und schlug seiner Mutter auf den Kopf. Sie schrie immer wieder: „Warum?“ Als Blake die Hilfeschreie seiner Frau hörte, rannte er aus dem Schlafzimmer. Der 1,80 Meter große und 136 Kilo schwere Vater war ein großer Mann.

Blake Hadley sitzt zu Hause in einem Lehnstuhl.
Quelle: Facebook

Aber nichts bereitete ihn auf das vor, was er sah. Der Vater und der Sohn nahmen kurz Blickkontakt auf und auch er schrie: „Warum?“, worauf Tyler „Warum verdammt noch mal nicht?“ zurückschrie. Er wiederholte dies immer wieder, während er auch seinen Vater mit dem Hammer zu Tode schlug.

Eine grausame Tat

Tyler ahmte das Schwingen des Hammers nach, sodass Michael es sehen konnte. Tyler berichtete, dass er, als es vorbei war, die Köpfe seiner Eltern mit Decken einwickelte und ihre Leichen in das große Schlafzimmer schleppte. Die Leichen lagen mit dem Gesicht nach unten, Seite an Seite.

Der Hammer wurde am Tatort gefunden.
Quelle: Reddit

Der Hammer lag zwischen den beiden auf dem Boden. Er brauchte etwa drei Stunden, um aufzuräumen – viel länger als Tyler erwartet hatte. Er sammelte jedes belastende Beweisstück auf und warf es in den Raum. Die Leichen waren unter einen Haufen Gerümpel begraben.

Tylers Angst vor der Polizei

Die kalten Körper von Tylers Eltern waren unter zerbrochenem Glas, blutigen Handtüchern, Büchern, einem Couchtisch, Küchentüchern, einem Wischmopp und Kaffeesatz begraben. Tyler duschte und machte sich fertig, aber was er danach tat, war wirklich unheimlich: Er starrte sein Spiegelbild an und lachte.

Ein Foto von Tylers Eltern.
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Einer von Tylers Freunden, Max Mazer, stand im Flur vor dem Elternschlafzimmer, als er Michael aus der Tür rennen und ausrasten sah. Max sagte, dass Michael verwirrt aussah und immer wieder über seine Schultern schaute.

Aber zuerst… ein Selfie

Michael verließ die Party trotz der grausamen Entdeckung nicht. Tatsächlich blieb er noch weitere 45 Minuten und schoss zusammen mit Tyler einige letzten Selfies. Auf einem der Fotos, das anscheinend in der Garage aufgenommen wurde, hat Michael einen strengen und trotzigen Gesichtsausdruck, wobei Tyler einen orangefarbenen Becher der Kamera entgegenhält.

Das Selfie von Tyler und Michael Mandell.
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Seine kalten Augen sahen aus, als wären sie mit Schmerz, Angst und Schrecken gefüllt. Es war gerade 2 Uhr nachts, als jemand verkünden ließ, dass im Haus von Mike Youngs Nachbarn eine weitere Party stattfinden würde.

Besorgnis um die Polizei

Die Jugendlichen rannten nach draußen, schütteten ihre Getränke auf den Rasen und stiegen in die Autos. Tyler rannte ihnen hinterher. Joshua Korte stieg gerade in sein Auto, als jemand auf sein Fenster einschlug. Es war Tyler. Er schrie und fragte, wo alle hinwollten.

Teenager tanzen auf einer Hausparty.
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Josh erklärte, dass sie zu einer anderen Party gehen würden. „Oh“, sagte Tyler erleichtert. Josh beschrieb Tylers Gesichtsausdruck als ein leeres Gesicht. Als ob er ein ausdrucksloses Gesicht aufgesetzt hätte. Kurz darauf verließen 14 Autos Tylers Nachbarschaft.

Zurück zu Tylers Party

Sie fuhren die Prima Vista hinauf nach Bayshore, während Wizz Khalifa aus den Autofenstern dröhnte. Endlich erreichten sie ihr Ziel, aber das Haus war dunkel und still. Ein Mädchen kam in ihrem Pyjama heraus und sagte, dass sie keine Party veranstalten würde und, dass es sich nur um ein Gerücht handle.

Mädchen feiern auf dem Rücksitz eines Cabriolets.
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Doch der Lärm all der Autos mitten in der Nacht war zu viel für Tylers Nachbarin. Raeann Wallace wohnte nebenan und kannte Tyler schon seit seiner Geburt.

Tyler war ein guter Junge

Sie mochte die Hadleys sehr und hatte kein Problem mit Tyler. „Er schien ein fröhliches Kind zu sein“, sagte Wallace. „Sehr respektvoll und höflich. Er fuhr gerne Skateboard und Fahrrad oder spielte Fußball auf der Straße.“

Tyler verkleidete sich in jungen Jahren als Pfadfinder.
Quelle: ABC News

Einmal bat sie Tyler, nicht so nah an ihrem Auto Fußball zu spielen, und er antwortete mit einem „Ja, Ma’am“. Immer wenn sie und ihr Mann übers Wochenende verreisten, gab sie Tyler ein wenig Geld, damit er auf das Haus aufpasste.

Ist der brave Junge zum Mörder geworden?

Tyler schien seinen Eltern eigentlich relativ nahe gestanden zu haben. Als Kind blieb er oft lange auf, bis sein Vater nach Hause kam, welcher in der Nachtschicht im lokalen Kraftwerk arbeitete. Dann blieben sie oft bis Mitternacht auf und spielten Basketball in der Auffahrt.

Die Führerscheinfotos von Blake und Mary-Jo.
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Wallace sagte, sie habe die Hadleys an den Wochenenden immer lachen und im Pool spielen gehört. Aber als Tyler in die Highschool kam, wurde es im Haus der Hadleys viel ruhiger. Tyler war jedoch schon immer ziemlich ruhig und schwer zu lesen gewesen.

Der Klassenclown

Doch heute ist er eher exzentrisch, unberechenbar und aufgewühlt. „Er hatte eine bizarre Persönlichkeit“, sagte Cameron Adams. „Wirklich hyperaktiv. Er versuchte immer, Leute auf seine Seite zu ziehen. Mitten in einer Unterrichtsstunde fing er an zu lachen.“

Ein junger Tyler Hadley posiert mit seiner Geburtstagstorte.
Tyler Hadley. Quelle: ABC Nachrichten

„Er hat einfach Sachen herausposaunt.“ Einmal fing er mitten in der Biologiestunde an, wie eine Kuh zu muhen. DeeDee Maynard, eine andere Nachbarin, erlaubte ihrem Sohn nicht mehr, mit Tyler zu spielen, nachdem sie den Teenager beim Rauchen, im nahegelegenen River Park Wildlife Preserve mit ein paar anderen Kindern aus der Nachbarschaft, erwischt hatte.

Tylers beunruhigendes Verhalten

Sie machte sich Sorgen um seine Gesundheit oder einen möglichen Waldbrand und erzählte Tylers Mutter davon. Mary Jo schien nicht besorgt zu sein. „Mein Sohn raucht nicht“, sagte Mary Jo. Selbst als Maynard sagte, sie habe ihn buchstäblich beim Rauchen erwischt, wollte sie es nicht glauben.

Ein Jugendlicher mit einer Mütze geht die Straße entlang.
Foto von cristinairanzo/Getty Images

Zwei Wochen später setzte Tyler schließlich den River Park Wildlife Preserve in Brand. Er und ein paar andere Jungen schleppten eine verlassene Couch auf die Lichtung, übergossen sie mit Benzin und ließen dann ein Streichholz darauf fallen.

Er hat ganz klar Probleme…

Die Feuerwehr musste gerufen werden, aber die Teenager kamen mit einer Verwarnung davon. Es sah so aus, als hätten die Hadleys die Kontrolle über ihr jüngstes Kind verloren. „Es war ein Feuer von beträchtlicher Größe“, sagte Nachbarin Donna Montero. „Und sie haben es nur zum Spaß entfacht.“

Verbranntes Waldgebiet nach einem Waldbrand.
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„Ich schätze, hier gibt es nichts anderes zu tun. Ich hätte ihm vielleicht zugetraut, dass er der Typ wäre, der Tieren nur so zum Spaß etwas antut. Aber ich hatte nie das Gefühl gehabt, dass er in der Lage gewesen wäre, jemanden zu ermorden. Geschweige denn seine Eltern.“

Eine Woche im Knast war nicht genug

Ende April, etwa zehn Wochen vor seiner Party, geriet Tyler in eine Schlägerei und wurde wegen schwerer Körperverletzung verhaftet. Da er bereits als Jugendlicher wegen Einbruchs verurteilt worden war, musste er sich einer Woche Gefängnis und zwei Wochen Hausarrest stellen.

Polizeibeamte eskortieren einen Teenager in Handschellen.
Foto von filo/Getty Images

Deswegen hat Mary Jo ihm das Handy weggenommen. Für jeden, der in der Highschool jemals verhaftet wurde, sollte das Handy das geringste Problem darstellen. Doch Tyler scheint diese Bestrafung mehr zu stören, als seine Zeit im Gefängnis.

Eine legendäre Party

Er war zwar sauer wegen des Handys, konnte aber trotzdem über Facebook mit seinen Freunden kommunizieren. Nachdem er die Party noch ein wenig länger genossen hatte, tat Michael schließlich das Richtige und rief die Polizei. Er erklärte, dass er das Selfie mit Tyler als Erinnerung gemacht hatte, da er wusste, dass es wahrscheinlich das letzte Mal war, dass er ihn ohne Handschellen sehen würde.

Tyler Hadley und sein Anwalt stehen vor Gericht.
Quelle: Tumblr

Im Jahr 2014 wurde Tyler Hadley schuldig gesprochen. Auch wegen seiner vielen Vorstrafen aus seiner Jugend musste er sich mehreren Anklagen stellen und wurde zu lebenslanger Haft mit der Möglichkeit auf Bewährung verurteilt. Derzeit verbüßt er seine Zeit in der Okeechobee Correctional Institution in Okeechobee, Florida.